Von nix kommt nix - oder doch?
Viele von uns klagen über Stress und darauf folgenden Energiemangel. Und doch geben wir dem Yin keine Chance. Was ist denn dieses Yin überhaupt? Und wofür brauchen wir es unbedingt?

Yin steht für Ruhe, Rückzug, Dunkelheit, Kälte und Materie. Yang für Energie, Dynamik, Helligkeit, Wärme, Bewegung. Um in Balance zu sein sollten wir genau so viel Yin wie Yang haben. Nicht in jedem Moment aber über den Tag verteilt oder zumindest über die Woche, das Monat oder das Jahr. Das zeigt und auch die Natur mit Tag und Nacht und Sommer und Winter.
Sowohl aus der Praxis, als auch aus dem privaten Umfeld nehme ich überwiegend Yang wahr. Viel unterwegs sein, viel im Außen, Leistung, volle Kalender, wenig Innehalten. Unweigerlich kommt da ein Ungleichgewicht, das sich in Überdrehtheit und/oder Energiemangel, Schlafproblemen, Verdauungsschwierigkeiten, Lustlosigkeit, Kopfschmerzen, Gelenksschmerzen, Gedächtnisproblemen und vielem mehr äußern kann. Die einfache Antwort? Mehr Yin!
Was gehört nun zu einer guten Yin Pflege?
Miste radikal deinen Terminkalender aus!
Nicht alles ist wichtig und du musst nicht überall dabei sein. Wenn dir das schwer fällt, überlege welche Erwartungen du an dich und andere stellst und was damit die Beweggründe für den vollen Terminkalender sind. Meistens ist es nicht unser tiefstes Bedürfnis dauernd unterwegs zu sein, sondern eine versteckte Angst, ein gelerntes und unhinterfragtes Muster oder eine überzogenen Erwartung.
Kümmere dich um wirklich gutes Essen!
Das Yin zu Pflegen heißt sich um den Körper zu kümmern. Nur so kann auch die Seele wieder zur Ruhe kommen. Ganz unmittelbar wirkt Essen auf unseren Körper. Im guten wie im schlechten Sinne. In der TCM ist die Wirkung des Essens auf Körper und Geist schon lange hoch gepriesen. Westlich betrachtet kommt die Forschung gerade erst richtig in Schwung, zumindest was die Wirkung auf die Psyche betrifft. Die Erkenntnisse sind bisher aber beachtlich. Schlüsselbegriffe wie Darm-Hirn-Achse, Darmmikrobiom und Silent Inflammation werden dir vielleicht bekannt sein. Dahinter verbirgt sich ein unheimliches Potential zu psychischer Gesundheit, das bisher kaum ausgeschöpft wird. Und hier kommt gutes Essen ins Spiel. Was ist gutes Essen? Machen wir es nicht zu kompliziert, wenn es uns stresst, hat das Yin erst recht wieder nix davon.
Also habe ich die wichtigsten Grundregeln aus TCM und verschiedenen westlichen Ernährungsansätzen auf einen gemeinsamen, kurzen, knackigen Nenner gebracht:
Frisches Essen statt Fertigprodukte. Also bitte kocht selbst, kauft unverarbeitete Lebensmittel in gute Qualität. Raffinierte Nahrung vernichtet das Darmmikrobiom und aus TCM Sicht das Qi. Es ist Schrott und führt nur zu ungewollter Feuchtigkeit (Ablagerungen, die den Körper und Geist träge machen)
Ganz viel Gemüse. Bei allen Diskussionen über Fleisch, Milchprodukte, low carb usw, kenn ich keine einzige Ernährungsphilosophie, die dem Gemüse keine gesundheitsfördernde Wirkung einräumt. Es stiegt einfach immer gut aus. Der Mix aus Ballaststoffen und Nährstoffen ist genial. Achte auch hier auf Qualität!
Ruhe beim Essen. Essen im Stress wird nicht gut aufgenommen. Stress hemmt die Verdauungsleistung und damit kann die Sache mit dem runter geschlungen Mittagessen einfach nicht gut ausgehen. Wenn wir wollen, dass Essen die Wirkung entfaltet die es haben soll, also uns zu nähren, statt zu beschweren, sollten wir auf Ruhe und im besten Fall auch auf gute Stimmung beim Essen achten.
Mehr zur Wirkung des Essens erfährst du bei der Dojo Kur
Eine detaillierte, auf die abgestimmte Beratung kannst du gerne persönlich bei mir machen.
Such dir EINE Yinquelle
Alles was Ruhe und Entspannung fördert ist eine Quelle des Yin. Hier gibt es unzählige Angebote: Atemtechniken, Waldbaden, Yoga, Meditation,... Nicht alles ist für alle gut. Probiere aus und bleib bei dem was dir gefällt und richtig gut tut. Und es muss auch nicht mehr als eines sein. Wenn es zu viel ist, führt das erst wieder zu Druck und Unruhe.
Tu nichts
Und hier schließt sich der Kreis. Von nichts kommt nämlich ganz viel - meistens Energie, Ideen, Gesundheit und Flow. Es ist die einfachste und zugleich schwierigste Aufgabe. Fürs nichts tun musst du nämlich nichts tun. Ein völlig fremdes Gefühl für uns. Dazu zum Abschluss eines meiner Lieblingszitate:
„Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach nur dazusitzen und vor uns hin zu schauen.“ (Astrid Lindgren)





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